Die Geschichte der ENTEX Rust & Mitschke GmbH

1986: Maschine marsch
Wir schreiben das Jahr 1986. Harald Rust steht in einer Halle der Kunststoffwerke Förde. Dem gelernten Werkzeugmacher, Modellbauer und späteren Dipl.-Ingenieur der Fertigungstechnik steht der Schweiß auf der Stirn. Gerade eben hat er das letzte Teil an seinem ersten Auftragswerk montiert, ein 150er Planetwalzenextruder mit Entgasung.

Wie aber testet man eine solche Maschine, wenn sämtliche Pläne auf dem heimischen Dachboden entstanden sind und keine eigene Produktionshalle zur Verfügung steht? Die Antwort: gar nicht. Alle Teile des Planetwalzenextruders, die Harald Rust hier gerade in der Förde-Halle montiert hat, hat er auf eigene Rechnung fremdfertigen lassen – ohne die Möglichkeit, die Maschine vorher zusammenzubauen, geschweige denn Versuche darauf zu fahren.

Nun also der Moment. Harald Rust legt den Schalter um  und … der Extruder läuft! Schulterklopfen, Händeschütteln. Harald Rust ist erleichtert.


Beginn einer Karriere
Wenige Wochen später. Mit ruhiger Hand prüft Harald Rust den korrekten Lauf der Pulverlackmaschine, die er gerade für die Tigerwerke in Österreich umgebaut hat.

Bei der Erinnerung an den riskanten Auftrag für die Kunststoffwerke Förde muss er grinsen. Was für ein Glück, nun in der eigenen Produktionshalle zu stehen, ausgestattet mit zwei gebrauchten Fräsmaschinen und einem Bohrwerk. Die ENTEX Rust & Mitschke GmbH ist offiziell gegründet, zu Anfang noch im Zusammenschluss mit dem gelernten Maschinenbautechniker Rolf Mitschke. Drei Mitarbeiter unterstützen die junge Firma.

Es ist der Beginn einer langen Karriere als Unternehmenschef.


2015: Weite Wege
Zeitsprung ins Jahr 2015. Harald Rust läuft zügigen Schritts über das Werksgelände. Er ist auf der Suche nach einem Gast, der sich zur Werksbesichtigung angemeldet hat und nun mit Tochter Julia Rust irgendwo auf dem Gelände unterwegs ist. Bei 25.000 m² Firmengelände und 12.000 m² Hallen und Büros hilft nur ein kurzes Telefonat: „Julia, wo seid ihr?“

Kurz darauf biegen Julia Rust und der Besucher um die Ecke. Die Dipl.-Betriebswirtin, die bei ENTEX zuständig für Marketing und Controlling ist, nennt dem Besucher gerade die Eckdaten des Unternehmens:

„Seit den Anfängen im Jahr 1986 hat die ENTEX GmbH über 850 Maschinen und Anlagen verkauft. Aus drei sind 140 Mitarbeiter geworden, sechs davon in unserer Niederlassung Shanghai in China. Wir haben das weltweit größte Produktportfolio in der Kunststoffaufbereitung. Hinzu kommen über 135 angemeldete und erteilte Patente, Schutzrechte und Gebrauchsmuster im Bereich Kunststoff, Lebensmittel und viele andere mehr.“


Als Familienunternehmen in die Zukunft

Auch Sohn Sebastian Rust stößt dazu und stellt sich dem Besucher vor. Seit dem Abschluss seines Maschinenbaustudiums an der Ruhr-Universität Bochum ist er bei ENTEX in der Verfahrenstechnik tätig. In absehbarer Zukunft wird er die Geschäftsführung übernehmen. Harald Rusts Schwiegersohn, Ralf Kunitz, arbeitet als Betriebsleiter ebenfalls im Unternehmen mit.

Die ENTEX GmbH hat sich also zu einem Familienunternehmen entwickelt. Wer hätte das gedacht, als Harald Rust vor 30 Jahren auf seinem Dachboden an den Plänen für seinen Planetwalzenextruder gearbeitet hat? Mit einem Lächeln verabschiedet Harald Rust den Besucher. „Lust auf eine Tasse Kaffee?“, fragt er seine beiden Kinder. Die Zukunft sieht gut aus.

 

Zeitleiste

1986 Gründung in Bochum-Stiepel
1986 Anmietung der ersten Teilflächen am heutigen Standort, 400 m² Bürofläche, 500 m² Produktionsfläche
2001 Erweiterung auf 1400 m² Büro- und 4000 m² Produktionsfläche, Einrichtung eines Technikums mit 400 m²
2013 Eröffnung der Dependance mit angegliedertem Technikum in Schanghai
2014 Fertigstellung eines zusätzlichen Bürogebäudes mit 650 m² und einer Produktionsstätte mit 4000 m², inklusiver Anbindung eines weiteren Technikums am Standort Bochum